Warum
- Öffentlichkeitsarbeit
- Teilhabe verhinderter Fans
- gesundheitliche Gründe
- zeitliche Gründe
- Entfernungsgründe
Und sonst ? !
- Echte Fans kommen zur Veranstaltung
- Streaming-Zuschauer sind zusätzliche Zuschauer
- Streaming erreicht öfter auch Faustball-fremde Personen
Bitte …
- … kein Streaming, um des Streamings willen
- … keine Überwachungskamera-Videos, also statisch aus der hintersten Ecke
Streaming ist kein Hexenwerk.
- Ihr braucht Mitstreiter – nicht viele, aber ein paar.
- Übung macht den Meister.
- Man kann mit geringen Aufwand gute Strems machen – aber nicht ohne Aufwand.
- Wenn Euch der Stream schon nach wenigen Minuten nicht gefällt, dann erst recht nicht anderen Leuten.
- Beispiele für Sportübertragungen im Fernsehen und Online ansehen
Bei Fragen könnt ihr Euch gerne jederzeit an live@faustball.de wenden – wir unterstützen Euch auch gerne mit Infos.
Bei Spielen der 1. und 2. Bundesligen und den Aufstiegsspielen bitte die Wettkampfbestimmungen Punkt 12 „Bild- und Tonrechte“ beachten !
1. Internetzugang
Es gibt viele Varianten und je nach Lokalität unterschiedlich gut funktionierende Lösungen. Wichtig beim Streaming ist eine stabile hohe Upload-Rate. Streams in HD laufen ab mindestens 8 Mbit/s meistens stabil. Daher empfehlen wir eine Upload Geschwindigkeit von 15 Mbit/s zu jeder Zeit zu gewährleisten.
Varianten
- Kabel z.B. DSL, Kabelfernsehen, Glasfaser, LAN
- WLAN (via anderem Internetzugang)
- Mobilfunk z.B. LTE (Handy, LTE Router)
- Satellit z.B Tooway oder Starlink (Achuntg Signalabbrüche können regelmäßig auftreten)
Voraussetzungen
- Mindestens 8 Mbit kontinuierlicher Upload (Empfehlung für HD)
- Möglichst exklusive Nutzung des Zugangs
- Kabel meist betriebssicherer als kabelloser Zugang (WLAN, LTE)
2. Streaming-Geräte
Wie kommt der Stream ins Internet?
Die Livestream Plattform eurer Wahl generiert für den von euch angelegten Stream einen Stream-Key, also Adresse und Schlüssel zugleich mit dem ein Gerät die Bilder and die Plattform und damit ins Internet senden kann.
Geräte
- Mobiltelefon
- Computer mit Software
(i.d.R. Videoeingabegeräte / Capture-Card / Grabbe notwendig)- Software
- OBS (kostenlos)
- vMix (nach Ausstattung gestaffelte Preise)
- Und mehr …
- Zusatzhardware
- USB Grabber (ab ca. € 15,-)
- USB Capture-Card (ab ca € 50,-)
- Eingebaute Capture-Card (ab € 590,-)
- Software
- Videomischer mit Streaming-Funktion (z.B .: Tricaster, Blackmagic ATEM-Serie)
- Spezielle Streaming Hardware (z.B. Blackmagic Web-Presenter HD)
3. Kameras und Positionen
Ob groß, ob klein, praktisch alle aktuellen Videokameras oder Fotoapparate mit Videofunktion (DLSR) beherrschen Aufnahmen im High-Definition-Format (HD) mit 1920 x 1080 Bildpunkten. Eine höhere Auflösung ist nicht notwendig. Der überwiegende Teil der Fernsehprogramme wird in diesem Format (oder sogar dem kleineren 1280 x 720 ) ausgestrahlt.
Für das Livestreaming sind folgende Dinge ausschlaggebend:
- Sicherer Umgang mit der verwendeten Kamera
- Ausgabe des Livebilds per HDMI oder SDI ohne Statusanzeigen der Kamera
- Eingebautes Mikrofon
Die Kamera wird in der Regel mit einem Kabel an das eigentliche Streaminggerät angeschlossen. Die Kabellänge sollte bei klassischen HDMI-Verbindungen ohne weitere Technik nicht länger als 5 Meter sein. Das reicht aber, um bei „ein-Kamera-Streams“ sicher zu arbeiten. Aber auch größere Entfernungen bis zu 100 Metern lassen sich mit vertretbarem (finanziellem) Aufwand realisieren. Dazu an anderer Stelle mehr.
Aber wo stellt man die Kameras auf?
Hauptkamera / Führungskamera
Wichtigste Kamera / Ein-Kamera-Stream
Die Führungskamera ist die wichtigste Kamera bei einem Stream, demzufolge auch die Kamera, mit der man einen „ein-Kamera-Stream“ machen sollte. Bei den meisten Ballsportarten ist sie nahe der Spielfeldmitte erhöht (zwischen 2 und 5 Metern) platziert. Beim Faustball hat es sich bewährt, dass sie nicht genau in der Mitte steht, sondern um 1-2 Meter versetzt zu einer Spielfeldseite. Dadurch ist das Netz besser zu sehen. Sie sollte grundsätzlich auf einem Stativ montiert sein.
Der Bildausschnitt sollte so gewählt sein, dass Angreifer und zumindest ein Teil des abwehrenden Teams zu sehen ist. Je mehr vom abwehrenden Team zu sehen ist, desto besser. Das macht es aber erforderlich, dass die Kamera geschwenkt wird. Die Kamera muss also bedient werden. Je weiter die Kamera vom Feld entfernt ist, desto leichter ist es, den Ball und somit das Geschehen zu verfolgen, weil der Winkel, in dem die Kamera bewegt werden muss, kleiner wird. Der Abstand vom Feld sollte mindestens 15 Meter betragen. Idealerweise ist die Kamera oben auf einer Tribüne oder auf einem Kameraturm platziert. Ein Tennis-Schiedsrichterstuhl oder eine Hebebühne sind weitere Möglichkeiten. Wenn möglich, sollten auf der gegenüberliegenden Seite möglichst viele Zuschauer und der Schiedsrichter zu sehen sein.
In der Halle wird man in vielen Fällen Kompromisse eingehen müssen, aber im Feld sollte das – im Zusammenspiel mit dem Ausrichter – möglich sein.
Durch den großen Abstand sind sehr weiche ruckelfreie Schwenks möglich. Zum schwenken benötig man ein Stativ mit Schwenkkopf (Fluid Head Tripod). Es sollte darauf geachtet werden, dass der Stativkopf leichtgängig, aber nicht zu locker eingestellt ist. Je länger der Griff am Stativkopf ist, desto besser kann man schwenken und neigen. Den Zoom sollte man sparsam nutzen. Um Zoom und Schwenk gleichzeitig zu machen ist sehr viel Übung erforderlich, wenn man nicht ruckeln oder das Motiv verlieren möchte. Je weniger und ruhiger gezoomt und geschwenkt wird, desto angenehmer ist das für den Zuschauer.

Quelle: Faustball.de-Livestream

Foto: Uwe Spille
Seitliche Kamera
Das Salz in der Suppe

Quelle: DFBL-Livestream DM Bredstedt 2016
Die seitliche Kamera ist der abwechslungsreiche Gegenpart zur Führungskamera. Sie ist für wechselnde Details zuständig und präsentiert sie vorrangig in Großaufnahme.
- Einzelne Spieler
- Schiedsrichter
- Zuschauer
Sie bildet somit auch optisch einen Widerpart zur Führungskamera. Sie kann einzeln ebenfalls in der Nähe der Mittelline positioniert werden, allerdings nicht erhöht. Sie muss auf der gleichen Seite positioniert werden, wie die Führungskamera. Andernfalls kommt es zu Achsensprüngen, bei denen z.B. die Flugrichtung des Balls mit einem Schnitt wechselt. Der Einsatz erfolgt entweder mit Stativ oder aus der freien Hand / der Schulter. Durch die schnell wechselnden Motive ist eine manuelle Bedienung unerlässlich.
Grundlegend gilt: sobald mehrere Kameras das geschehen abbilden befinden sich alle auf einer Seite (180°) des Spielfeldes. Diese Sichtachse darf nicht verlassen werden.
Hinterfeldkamera
Perspektive mit dem Ball
Die Hinterfeldkamera kann hinter einem Feld fest installiert werden oder oder per Hand aus der perspektive einer Ecke geführt werden. Sie wird vorrangig eingesetzt, um den Angriff von der gegenüberliegenden Seite und die Abwehr auf ihrer Seite zu zeigen.
Fest Installiert:
Da das gegenüberliegende Feld und die Akteure deutlich kleiner erscheinen, als das Geschehen auf ihrer Seite, sollte spätestens mit dem Angriff in Gegenrichtung auf eine andere Perspektive gewechselt werden. Das Feststehende Kamerabild eignet sich gut für Einblendungen von Grafiken oder Animationen in den Pausen zwischen den Spielen.
Manuelle Hinterfeld Perspektive / Replay:
Da sich der Ball meist eher Linear zur Kamera bewegt ist eine manuell bediente Hinterfeld Kamera perfekt geeignet um den Ball für Slow-Motion Replays im Fadenkreuz zu verfolgen. Kamera-Personen müssen hier mit Zooms passend zu perspektive und Spielrichtung und einem guten Verständnis vom Faustball-Spiel den Ball verfolgen, können aber auch zwischen den Spielzügen Emotion und Spieler aus frontaler Perspektive einfangen.
Sie ist eine gute Ergänzung zum Paar „Führungskamera und seitliche Kamera“ in etwas aufwändigeren Produktionen.
Netzkamera
Videobeweis?!
Die Netzkamera ist in der Regel auf einem Netzpfosten oder in dessen Sichtachse zur Leine montiert und zeigt Aktionen und Fehler unmittelbar am Netz. Sie wird beim Volleyball deutlich öfter genutzt, als Beim Faustball. Grund ist, dass beim Faustball im Verhältnis weniger unmittelbare Netztaktionen stattfinden. Der Lange Anlauf der Angreifenden macht die Perspektive im Live-Schnitt beim Faustball schwierig einzusetzen. Aber hat man eine feste Einstellung der Leine und 3m-Linie können gute Replay perspektiven für Leinen-Fehler, Übertitte und Blockspiel gezeigt werden.
Achtung! – Es gibt keinen Videobeweis und perspektive dieser Kamera sind in strittigen Situation meist nicht aufschlussreich. Im Spielgeschehen sollten diese Bilder verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Grafik
Wesentlicher Bestandteil eines Faustball-Streams ist eine laufende Ergebnisanzeige (Score bug). Der Zuschauer ist dadurch zu jeder Zeit über den Spielstand informiert.
In speziellen Situationen können weitere Informationsgrafiken im Stream gezeigt werden:
- Titelgrafik
- Kader / Startaufstellung
- Namenseinblendungen
- Weitere Informationen/Statistiken
Bei der Gestaltung der Grafiken sollte bei Farben und Schriften auf den Style-Guide von Faustball Deutschland geachtet werden.
Faustball Deutschland kann in Absprache für eure Streaming Software und Programme Grafik-Grundlagen im PNG-Format bereitstellen oder ein ganzes Marken-Kit im vMix-GT-Titel-Designer Format herausgeben. Anfragen dazu an live@faustball.de
Ton
Oft unterschätzt aber einer der wichtigsten Bestandteile bei Video-Content.
Absolutes muss:
- Spiel- und Umgebungsgeräusche:
- nicht zu laut
- nicht zu nah an einzelnen Personen (im Publikum oder der Wechselbank)
- nicht übersteuert: Lautsprecheransagen, Wind etc.
Optional:
- Mehrere Original Ton Quellen
- Kommentar 1 oder 2 Personen
- Kommentar mit Gast
- Moderator / Field-Reporter / Station-Haus Ton des Stadion Sprechers
Sound ist ein eigener Arbeitsbereich, Profiübertragungen klingen wie sie klingen weil viel mehr aufwand betrieben wird. Dazu gibt es Interessante Reportagen
Produktion
Wer macht’s?
Um einen Livestream zu produzieren, kann man drei Wege einschlagen.
Professionelle Produktionsfirma
Man überlässt die komplette Produktion einem Dienstleister. Die Preisspanne dafür beginnt bei einigen hundert Euro für einen minimal produzierten Stream für wenige Stunden und mehrere Tausend Euro für ein Wochenende mit Bildregie und mehreren Kameras. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt….
Faustball Deutschland Livestream Team
Faustball Deutschland produziert seit einigen Jahren die Deutschen Meisterschaften und ausgewählte internationale Veranstaltungen mit einem kleinen Team und der unterstützung der Ausrichter. Dafür gab es vorrangig zwei Gründe.
- Die Produktion sollte in Fernseh-tauglicher Technik erfolgen, um das Material ggf. an Fernsehstationen andere Streaming Kanäle (SWR Sport, …) abgeben zu können.
- Der Aufbau eines Kompetenten und immer einsatzbereiten Teams hat begonnen, wir suchen immer ehrenamtliche Mitstreiter:innen! Diese können dann mit Volunteers der Ausrichter zu deutlich günstigeren Konditionen eine Livestream-Produktion bereitstellen
Für einen Bundesligaspieltag oder eine Jugendmeisterschaft ist der Finanzielle und Personelle Aufwand mit den Ausrichtern genau abzustimmen und überschreitet häufiger noch die Budgets. Aber wir arbeiten an einer Lösung. Umso mehr Freiwillige und beim Streaming unterstützen wollen und Erfahrungen sammeln, desto besser können wir überall in Deutschland eingesetzt werden.
Für Beträge im kleinen vierstelligen Bereich können Verträge mit dem Streaming-Team von Faustball Deutschland geschlossen werden.
Ausrichter
Es ist durchaus möglich, hochwertige und ansprechende Streams in Eigenregie zu produzieren. Die notwendige Technik ist oft im Umfeld des Vereins vorhanden, oder kann geliehen oder gemietet werden. Der Bogen, in der Vergangenheit bereits produzierter Streams, reicht vom kommentierten Einkamerastreams (z.B. U18 männlich Halle 2022 Kippenheim, U18 DM 2024 in Empelde, U14 DM 2022 in Veilsdorf, DLP 2025 Veilsdorf) bis zu Mehrkamerastreams (U18-EP in Kellinghusen, U18, WM in Eibach, DM in Bredstedt oder die Bundesligaübertragungen Halle 2022 aus Brettorf). Die Streams sind bei Sporteurope.tv z.T. noch abrufbar.
Die besondere Aufgabe bei selbst produzierten Streams liegt in der Gewinnung von Mitarbeitern. Diese sollten möglichst aus dem Verein oder der Region stammen, um nicht unnötige Reisekosten entstehen zu lassen.
Das ist aber die einzige Möglichkeit, zu preiswerten Streams zu kommen. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass Faustball-affine Mitstreiter innerhalb kurzer Zeit gute Streams produzieren können.
Es besteht also aus dieser Sicht kein Hinderungsgrund, es als Verein selbst zu versuchen! Sofern möglich unterstützt euch das Faustball Deuschland Livestream Team gerne mit Rat und Tat oder dem Livestream-Setup (mit Vertrag und Personal).

