Roland Schubert: Großer Bahnhof für ein großartiges Vorbild

Verfasst am 25. Juni 2026
Allgemein Faustball Deutschland

(US) Kaum eine Persönlichkeit verkörpert die Werte des deutschen Faustballs so nachhaltig wie Roland Schubert. Ob als Spieler, Trainer, Bundestrainer, Vereinsfunktionär oder Vorstandsmitglied von Faustball Deutschland – über Jahrzehnte hinweg hat er unseren Sport mit außergewöhnlichem Engagement, großer Verlässlichkeit und bemerkenswerter Leidenschaft geprägt.

Für diese herausragenden Verdienste wurde Roland Schubert nun mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Bundepräsident Frank-Walter Steinmeier ausgezeichnet. Die Ehrung wurde am vergangenen Montag in der Senatsverwaltung der Stadt Berlin durch die Staatssekretärin für Inneres und Sport, Franziska Becker, überreicht.

Ein Leben für den Faustballsport

Viele Stationen hat Roland Schubert in seinem Leben erfolgreich gemeistert. Doch unabhängig von seiner jeweiligen Funktion war eines immer gleich: sein unermüdlicher Einsatz für den Faustballsport. Wer Roland kennt, weiß, dass er nie die große Bühne gesucht hat. Seine Arbeit spielte sich häufig im Hintergrund ab – dort jedoch mit einer Konsequenz, Leidenschaft und Verlässlichkeit, die ihresgleichen sucht. Wenn Unterstützung benötigt wurde, wenn Herausforderungen zu bewältigen waren oder kurzfristig Verantwortung übernommen werden musste, war Roland oft einer der Ersten, die bereitstanden.

Sein Engagement beschränkte sich dabei nie auf das Notwendige. Vielmehr war und ist er jemand, der Menschen zusammenführt, Lösungen findet und andere für gemeinsame Ziele begeistert. Seine Leidenschaft für den Faustballsport ist kaum in Worte zu fassen – Roland lebt Faustball, seit Jahrzehnten.

Dabei konnte und kann er stets auf die Unterstützung seiner Frau Angela und seiner Familie zählen. Ohne diesen Rückhalt wäre ein ehrenamtliches Engagement in dieser Größenordnung kaum möglich gewesen.

Die Wurzeln beim VfK Berlin

Schon früh kam Roland Schubert über seinen Vater mit dem Faustballsport in Berührung. Seine ersten sportlichen Schritte machte er beim Polizei-Sport-Verein Berlin e.V. und später bei den Sportfreunden Saatwinkel. Mit 18 Jahren wechselte er schließlich zum VfK 1901 Berlin am Maikäferpfad – einem Verein, der für viele Jahrzehnte seine sportliche Heimat werden sollte.

Als Spieler war er sowohl in der 1. als auch in der 2. Bundesliga aktiv und absolvierte zudem fünf B-Länderspiele für die Juniorennationalmannschaft. Doch seine Bedeutung für den VfK Berlin ging weit über das Spielfeld hinaus.

Im Verein übernahm Roland Schubert zahlreiche Aufgaben: als Organisator, Kaderplaner, Ansprechpartner und Brückenbauer zwischen Jugend- und Erwachsenenbereich. Er gehörte zu den Persönlichkeiten, die den Verein über viele Jahre hinweg entscheidend mitgestaltet und geprägt haben.

Erfolgreicher Trainer und Bundestrainer

1989 wechselte Roland Schubert auf die Trainerbank und begann eine außerordentlich erfolgreiche Laufbahn als Nachwuchstrainer. Mit den Jugendmannschaften des VfK Berlin gewann er mehrere Deutsche Meisterschaften und entwickelte zahlreiche Talente.

Ab 2006 übernahm er zusätzlich Verantwortung auf nationaler Ebene und wurde Bundestrainer der männlichen U18- und U21-Nationalmannschaften. Unter seiner Führung feierten die deutschen Nachwuchsteams zahlreiche internationale Erfolge.

Vier Weltmeistertitel – 2008 in Namibia, 2010 in Spanien, 2014 in Brasilien und 2016 in Nürnberg – stehen ebenso in seiner beeindruckenden Bilanz wie mehrere Europameistertitel in den Altersklassen U18 und U21. Mit Blick auf seine Trainerlaufbahn sagt Schubert:

2024 hätte ich gerne mit einem Titel als Trainer aufgehört, aber ich habe es trotzdem sehr genossen, mit jungen, engagierten Sportlern auf hohem Leistungsniveau zu arbeiten und ihnen bei ihrer Entwicklung in Richtung A-Kader zu helfen. Ich war sehr stolz darauf, junge Menschen auf diesem Weg begleiten zu dürfen.

Sein Engagement für die Nachwuchsförderung endet jedoch nicht mit seiner Tätigkeit als Bundestrainer:

Zukünftig werde ich versuchen, diesen Weg auch als Vorstandsmitglied von Faustball Deutschland fortzuführen. Dann eher vom Schreibtisch aus, aber weiterhin mit dem Ziel, den Faustballsport zu erhalten und auszubauen.

Eine wichtige Säule im Vorstand von Faustball Deutschland

Auch auf Verbandsebene setzt Roland Schubert seit vielen Jahren wichtige Impulse. Im Vorstand von Faustball Deutschland bringt er seine enorme Erfahrung, seine Sachlichkeit und seinen strategischen Weitblick ein. Sein Credo lautet dabei seit jeher: zuhören, Lösungen entwickeln und langfristig denken.

Uwe Schneider, Vorstandsvorsitzender von Faustball Deutschland, würdigt seine Verdienste mit großer Anerkennung:

Man kann die langjährigen ehrenamtlichen Verdienste von Roland kaum alle aufzählen. 40 Jahre Ehrenamt sind ein unglaublicher Zeitraum. Und selbstverständlich hoffen wir, dass uns Roland auch in den kommenden Jahren weiterhin so tatkräftig zur Seite steht. Roland ist eine der Säulen in unserem Vorstand. Mit seiner Ruhe, seiner Erfahrung und seiner Besonnenheit bringt er uns auch in schwierigen Situationen mit Bedacht weiter.

Ehrenamt mit Vorbildcharakter

Was Roland Schubert besonders auszeichnet, ist sein Verständnis für das Ehrenamt. Für ihn bedeutet freiwilliges Engagement nicht nur Einsatzbereitschaft, sondern auch Verantwortung, Verlässlichkeit und langfristiges Denken. Über vier Jahrzehnte hinweg hat er gezeigt, wie viel durch ehrenamtliche Arbeit bewegt werden kann. Unzählige Stunden Organisation, Gespräche, Sitzungen, Planungen und Fahrten stehen hinter den sichtbaren Erfolgen auf den Spielfeldern.

Gerade deshalb ist seine Auszeichnung auch weit mehr als eine Würdigung einer einzelnen Person. Sie macht deutlich, welche Bedeutung das Ehrenamt für den Sport insgesamt besitzt. Ohne die vielen engagierten Menschen in Vereinen, Landesverbänden und auf Bundesebene wäre der Faustballsport in Deutschland nicht denkbar. Trainerinnen und Trainer, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, Organisatoren, Vorstandsmitglieder und Helferinnen und Helfer sorgen Tag für Tag dafür, dass Spielbetrieb, Nachwuchsarbeit und Veranstaltungen überhaupt möglich sind.

Roland Schubert steht beispielhaft für dieses Engagement. Sein Weg zeigt eindrucksvoll, dass sich ehrenamtlicher Einsatz lohnt – nicht wegen persönlicher Auszeichnungen, sondern weil er Menschen zusammenbringt, junge Sportlerinnen und Sportler fördert, Gemeinschaft schafft und den Faustballsport nachhaltig stärkt. Wer Verantwortung übernimmt und sich einbringt, kann die Zukunft unseres Sports aktiv mitgestalten.

Eine Ehrung als Signal für den gesamten Faustballsport

Die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande würdigt ein Lebenswerk, das über Jahrzehnte hinweg von Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und Einsatzbereitschaft geprägt war. Sie ist zugleich ein Zeichen der Wertschätzung für all jene, die sich im Hintergrund für den Faustballsport engagieren und oftmals ohne große öffentliche Aufmerksamkeit Großes leisten.

Roland Schubert steht für dieses starke Fundament unseres Sports. Sein Wirken beim VfK Berlin, als Bundestrainer und im Vorstand von Faustball Deutschland hat Generationen von Sportlerinnen und Sportlern geprägt und die Entwicklung des deutschen Faustballs nachhaltig beeinflusst.

Lukas Schubert
Er war für mich der wichtigste Trainer, auch wenn wir nicht immer einer Meinung am Faustballplatz waren, ist er ein unglaublich toller Chef und erst recht der beste Vater der Welt. Sein gesamtes Umfeld kann bestätigen, dass er immer und jedem gegenüber hilfsbereit ist. Ihn zeichnet vor allem auch aus, dass er für jeden Mitmenschen, jede Lebenslage und auch jede Generation ein großes Verständnis aufbringt. Ganz natürlich bringt er Gruppen zusammen und schafft Gemeinschaft.

Christian „Bruce“ Lee
Roland ist der Prototyp im Ehrenamt, aber auch vorbildlicher Sportler und Freund. Er ist einer der wenigen, die ich kenne, die ganz groß und visionär denken können und gleichzeitig in all der Zeit nie den Blick für’s Detail und die einzelne Person verloren haben.

Thomas Gressner
Dein Wirken geht weit über das Spielfeld hinaus. Du hast Generationen von Sportlerinnen und Sportlern begleitet, Vereine unterstützt und den Faustballsport in Berlin nachhaltig geprägt. Dabei standen für dich nie persönliche Anerkennung oder eigene Vorteile im Vordergrund, sondern immer die Gemeinschaft und die Freude am Sport. Seit Jahrzenten engagierst du dich mit außergewöhnlicher Leidenschaft, großem Einsatz und vor allem mit einem Herzen, das stets für den Sport und die Jugend schlägt. – Danke

Christian „Kiki“ Müller
Roland Schubert ist ein Mensch wie es nicht viele gibt. Immer hilfsbereit, steht mit Rat und Tat zur Verfügung und stellt sich dabei niemals in den Vordergrund. Sein Engagement für den Faustballsport im VFK 1901 sowie in Deutschland ist einzigartig und seine Ideen und Zielstrebigkeit haben etliche Topspieler hervorgebracht. – Erwar übrigens einer der besten Blockspieler in seiner aktiven Zeit, die ich zum großen Teil als sein Hinterspieler erlebt habe. Unvergessen unser Hallen- DM-Titel in der Männer 30 in Hagen.

Faustball Deutschland gratuliert Roland Schubert herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und bedankt sich für seinen außergewöhnlichen Einsatz.

Herzlichen Glückwunsch, Roland – und vielen Dank für alles, was Du für unseren Sport geleistet hast und weiterhin leistest.

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