Das U 16 Pilot-Projekt wird nicht weiterverfolgt

Verfasst am 26. August 2026
Allgemein Jugend Spielbetrieb

Faustball Deutschland folgt den Empfehlungen der Länder und beendet das bundesweite Pilotprojekt in der Altersklasse U 16. Der Spielbetrieb wird künftig wieder über die Länder organisiert. Der Gedanke länderübergreifender Spieltage soll dabei erhalten bleiben.

In einer außerordentlichen Sitzung hat der Sportausschuss von Faustball Deutschland beschlossen, das U 16 Pilot-Projekt nicht weiterzuverfolgen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist die Erkenntnis, dass eine bundesweite Umsetzung des Spielsystems unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht mit dem notwendigen Rückhalt realisiert werden kann. Damit folgt Faustball Deutschland insbesondere der aktuellen Empfehlung des Länderausschusses. Dieser hatte sich in seiner jüngsten Sitzung entgegen früheren Rückmeldungen mehrheitlich gegen eine Fortsetzung des Pilotprojekts ausgesprochen.

Mit einer Idee für mehr Spielpraxis gestartet

Mitte 2024 hatte die Umsetzungsgruppe „Jugend-Faustball“ das Pilotprojekt ins Leben gerufen. Unter der Federführung von Chris Löwe und Kim Trautmann entstand ein neues Wettkampfkonzept für die U 16, das erstmals ein länderübergreifendes Spielsystem vorsah.
Der Ansatz verfolgte ein klares Ziel: Die Breite im Jugendfaustball sollte gestärkt und insbesondere Regionen mit weniger Mannschaften sollten durch zusätzliche Spielmöglichkeiten mehr Wettkampfpraxis erhalten. Gleichzeitig sollte das veränderte Format den Jugendfaustball attraktiver machen und leistungsbezogenere Begegnungen ermöglichen. Mit der Hallensaison 2024/25 wurde das Konzept erstmals umgesetzt. So wurde die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft bundesweit in unterschiedlichen Qualifikationsrunden ausgespielt. Nach der ersten Saison wurden die Erfahrungen und Rückmeldungen aus der Halle sowie aus der Feldsaison 2025 aufgenommen und verschiedene Anpassungen vorgenommen, um den Spielbetrieb weiter zu verbessern.

Unterschiedliche Erfahrungen und Einschätzungen

Von Beginn an wurde das Pilotprojekt unterschiedlich bewertet. Kritisch gesehen wurden insbesondere die teilweise längeren Fahrstrecken sowie organisatorische Herausforderungen bei der Durchführung und Terminplanung. Gleichzeitig gab es zahlreiche Befürworter des Systems. Sie hoben unter anderem die aus ihrer Sicht gerechteren und stärker leistungsbezogenen Spieltage hervor. Auch die unterschiedlichen Qualifikationswege wurden vielfach positiv bewertet.

Faustball Deutschland hat die unterschiedlichen Rückmeldungen von Vereinen, Verantwortlichen und Landesverbänden stets aufgenommen. Der Länderausschuss stand hierzu in engem Austausch mit den Verantwortlichen und Koordinatoren des Projekts. Ziel war es, Kommunikation und Terminplanung weiterzuentwickeln und aus den Erfahrungen konkrete Verbesserungen für den Spielbetrieb abzuleiten.
Auch innerhalb der Gremien wurde das Projekt intensiv begleitet. Neben Chris Löwe und Kim Trautmann engagierten sich unter anderem Jannes Holland-Jobb und Marco Bartsch mit großem Einsatz für die Weiterentwicklung des Formats.

Fehlender Rückhalt macht eine Fortsetzung nicht möglich

Trotz dieses Engagements gestaltete sich die weitere Umsetzung zunehmend schwierig. Entscheidend war dabei nicht allein die Kritik an einzelnen organisatorischen Punkten. Vielmehr zeigte sich, dass der für ein bundesweites System notwendige Rückhalt in den Ländern und Vereinen nicht größer wurde, sondern im Verlauf der Diskussion eher abnahm.
Für den Sportausschuss war damit eine Fortsetzung unter den bestehenden Voraussetzungen nicht mehr verantwortbar. Ein bundesweites Projekt kann nur dann dauerhaft funktionieren, wenn die beteiligten Länder, Vereine und Verantwortlichen das Konzept gemeinsam tragen und bereit sind, an seiner Umsetzung mitzuwirken.

„Wir hätten das Projekt und die dahinterstehende Idee gerne weiterentwickelt. Wir sind aber davon überzeugt, dass ein solches System nicht gegen den erklärten Willen und ohne ausreichende Unterstützung der Basis funktionieren kann. Faustball Deutschland hört auf die Rückmeldungen aus den Vereinen, Ländern und Gremien. Wenn der notwendige Rückhalt fehlt, ist es nicht sinnvoll, an einem Format festzuhalten und gegen Widerstände anzukämpfen“, so die Haltung des Sportausschusses.

Die Entscheidung ist daher ausdrücklich nicht als grundsätzliche Absage an neue und innovative Wege im Jugendfaustball zu verstehen. Vielmehr geht es darum, die vorhandenen Rückmeldungen ernst zu nehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die von einer breiten Mehrheit getragen werden.

U 16 künftig wieder über die Länder

Der Spielbetrieb in der Altersklasse U 16 wird künftig wieder – wie in den übrigen Jugendaltersklassen – über die Länder organisiert. Die Qualifikationen zur Deutschen Meisterschaft finden damit wieder über die Bezirks- und Landesebenen statt. Die Verantwortung für die entsprechenden Spieltage und Qualifikationen liegt wieder bei den Ländern beziehungsweise den Regionalobleuten.

Der Grundgedanke des Pilotprojekts, durch länderübergreifende Begegnungen zusätzliche Spielmöglichkeiten zu schaffen, soll allerdings nicht verloren gehen. Der Länderausschuss hat den Auftrag erhalten, über alternative Spielsysteme nachzudenken und entsprechende Vorschläge zu erarbeiten. Dabei soll insbesondere geprüft werden, wie die Attraktivität des Jugendfaustballs weiter gesteigert und jungen Spielerinnen und Spielern zusätzliche Möglichkeiten zur Entwicklung und Wettkampfpraxis eröffnet werden können.

Dank an alle Beteiligten

Faustball Deutschland bedankt sich ausdrücklich bei Chris Löwe, Kim Trautmann, Jannes Holland-Jobb und Marco Bartsch für ihr außerordentliches Engagement und die Zeit, die sie in die Entwicklung und Umsetzung des Pilotprojekts investiert haben.
Ein großer Dank gilt ebenso allen Vereinen, Landesverbänden, Verantwortlichen und ehrenamtlich Engagierten, die das Projekt unterstützt, ausprobiert, kritisch begleitet und mit ihren Rückmeldungen zur Weiterentwicklung beigetragen haben.

Das Ende des Pilotprojekts bedeutet damit nicht das Ende der Suche nach besseren Lösungen für den Jugendfaustball. Im Gegenteil: Die Erfahrungen aus dem U 16 Pilot-Projekt sollen in die weitere Arbeit einfließen.

Denn eine Idee kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie auch gemeinsam getragen und umgesetzt werden kann. Faustball Deutschland hätte den eingeschlagenen Weg gerne weiterverfolgt. Angesichts der aktuellen Rückmeldungen aus Basis und Gremien ist es jedoch der richtige Schritt, das Pilotprojekt an dieser Stelle zu beenden und den Blick nach vorne zu richten.

Das gemeinsame Ziel bleibt bestehen: mehr attraktive Spielmöglichkeiten, mehr Wettkampfpraxis und bestmögliche Entwicklungschancen für den Jugendfaustball.

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