DM BARDOWICK 2026 – SPIEL UM PLATZ 3 MÄNNER & FRAUEN

Foto: Uwe Spille

Der erste Tag des DM-Turniers in Bardowick ist Vergangenheit. Am Sonntag nun geht es um die Titel und Medaillen. Die Favoriten haben sich durchgesetzt, in den Endspielen der Frauen und Männer stehen die jeweiligen Ersten der Bundesligastaffeln Nord und Süd.

Frauen, Spiel um Platz 3

TV Jahn Schneverdingen – TV Brettorf 3:0
(11:6, 11:9, 11:4) 

Einige Zuschauer hatten am Sonntagmorgen gerade erst ihre Sitzplätze eingenommen, da war das erste Spiel schon vorbei. Nach nur 37 Minuten jubelte der TV Jahn Schneverdingen.

Die „Heidschnucken“ mussten ohne Kapitänin und Abwehrspielerin Laura Kauk auskommen, die am Vortag eine Fußverletzung erlitt und nur humpelnd ihre Kameradinnen anfeuern konnte. Sie wurde adäquat durch Annika Kriger ersetzt.

Beide Mannschaften waren von Beginn an „on fire“ auf dem hervorragend präparierten, feuchten und deshalb schnellen Grün. Der TV Jahn bestimmte das Tempo von Beginn an mit einer hellwachen Aniko Müller. Ein 5:2 konnte Brettorf noch egalisieren, dann häuften sich die Fehler bei ersten und zweiten Bällen.

In Satz 2 blieb der TVB länger dran. Für einen Lacher auf den Tribünen sorgte Jahn-Schlagfrau Helle Großmann, die bei einem verunglückten Zuspiel einfach zu schnell war, nicht bremsen konnte und unter dem Ball durchflitzte, was sie gut hörbar („Sch…“) kommentierte. Bei 9:8 für ihr Team nahm Brettorf eine Auszeit, Pia Neuefeind feuerte ihr Team an: „Wir haben den ersten Satz verpennt, diesen holen wir uns jetzt!“ Den folgenden Punkt zum 9:9 machte sie aus dem Rückschlag, doch dann konterten zuerst Aniko Müller, dann Helle Großmann.

Der dritte Durchgang war geprägt von Brettorfer Fehlern auf allen Positionen und so hatte es Schneverdingen leicht, den sicheren Sieg ins Ziel zu bringen.

Aniko Müller, TV Jahn Schneverdingen: „Wir sind glücklich mit Bronze nach dem holprigen Saisonverlauf. Manchmal dachten wir, wir können Faustball spielen, dann wieder – was ist das denn. Aber heute haben wir gezeigt, dass wir es nicht verlernt haben.“

TSV Jahn Schneverdingen: Helle Großmann, Aniko Müller, Luca von Loh, Alina Karahmetovic, Annika Kriger.

TV Brettorf: Jette Weber, Pia Neuefeind, Christin Hirsch, Ida Jungclaussen, Leni Hasselberg, Neele Meves, Melanie Steenken.

 

Impressionen vom Spiel
(Fotos: Uwe Spille, Kai Neddenriep)

Männer-Spiel um Platz 3

TSV Hagen 1860 – TSV Calw        2:3        
(4:11  11:3  11:6  6:11  11:7)

Hagen holt Bronze in dramatischem Entscheidungssatz

Der TSV Hagen 1860 hat sich bei der Deutschen Meisterschaft der Männer in Bardowick die Bronzemedaille gesichert. Im Spiel um Platz drei setzte sich der Nord-Zweite gegen den Süd-Zweiten TSV Calw mit 3:2 durch und belohnte sich damit für eine starke Aufholjagd.

Dabei erwischte Hagen einen denkbar schlechten Start. Ungewohnt viele Eigenfehler im Angriff – allein fünf Angabefehler – verunsicherten die Mannschaft und bauten die Calwer auf. Die Abwehr des TSV Calw stand deutlich sicherer als am Vortag, wurde zunächst allerdings auch nur selten ernsthaft gefordert. Der erste Satz ging somit klar und verdient an die Nordschwarzwälder.

Im zweiten Durchgang brachte Hagen Stefan Bösch für Timon Lützow und zeigte fortan ein völlig anderes Gesicht. Die Abwehr stand sicher, das Zuspiel gelang von nahezu allen Positionen und unabhängig davon, wer die Bälle spielte. Auch im Angriff punkteten sowohl Philip Hofmann als auch Ole Schachtsiek. Die Calwer Angreifer Raphael „Dotzi“ Schlattinger und Markus Kraut wurden dadurch zu riskanteren Angriffen gezwungen, in die sich nun ebenfalls Fehler einschlichen. Die Westfalen gewannen den Satz deutlich und glich aus.

Der dritte Durchgang begann ausgeglichener, mit leichten Vorteilen für Calw. Hagen glich zum 5:5 aus und ging beim Seitenwechsel erstmals in diesem Satz in Führung. Zwar verkürzte Calw noch einmal auf 6:7, doch eine Serie von vier Punkten brachte Hagen den entscheidenden Vorsprung zum 2:1.

Sollte der vierte Satz bereits die Entscheidung bringen? Hagen startete mit zwei Angriffsfehlern und lag nach einem sehenswerten Diagonalschlag von „Dotzi“ Schlattinger schnell mit 0:3 zurück. Calw, bei dem Philipp Kübler in der Abwehr eingewechselt wurde, ließ sich die Führung nicht mehr nehmen und erzwang mit einem klaren 11:6 den Entscheidungssatz.

Nun setzte auch noch starker Regen ein. Beide Mannschaften lieferten sich einen packenden Schlagabtausch mit spektakulären Abwehraktionen und wechselnden Führungen. Beim 6:5 wurde letztmals die Seite gewechselt. Hagen brillierte mit einer herausragenden Defense, punktgenauen Zuspielen und wuchtigen Rückschlägen. Mit einem diagonal gesschlagenen Ass erspielte sich Philip Hofmann drei Matchbälle. Den ersten verwandelte er mit einem kurzen Ball in die Mitte und machte damit den Gewinn der Bronzemedaille perfekt.

Hofmann, der sich gemeinsam mit seinem Teamkollegen Kevin Schmalbach die Auszeichnung als MVP teilte, zeigte sich anschließend auch mit Blick auf die schwierigen Wetterbedingungen zufrieden: „Bei Regenwetter können alle Schlagleute einfach punkten, aber nicht so leicht gegen unsere Abwehr.

Impressionen vom Spiel
(Fotos: Uwe Spille)

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