DM Bardowick 2026 – Qualifikationsspiele Männer & Frauen
Nordischer Sommer in der Lüneburger Heide, das bedeutet angenehm frische Temperaturen, sogar mal ein kurzes leichtes Nieseln am Samstag – und somit auch gute Voraussetzungen für spannende und umkämpfte Spiele bei der deutschen Faustball-Meisterschaft. Die Top-6-Teams der Männer und Frauen kämpfen um Titel und Medaillen. Mannschaften mit weniger Erfahrung auf Spitzenturnier-Niveau – wie die Frauen aus Brettorf und Pfungstadt und die Männer aus Moslesfehn und Stuttgart-Stammheim – messen sich mit „alten DM-Hasen“. Die Stimmung auf und neben dem Center Court passt, es ist angerichtet.
Frauen: 1. Qualifikationsspiel
TSV Calw – TV Brettorf 1:3
(12:14, 8:11, 11:8, 10:12)
Was für ein Lauf: Die Frauen des TV Brettorf, erst spät für diese Meisterschaft qualifiziert, rückten am Samstag als Sieger des ersten Qualifikationsspiels verdient ins Halbfinale ein. Die Niedersächsinnen hielten die Schwarzwälderinnen, die leicht favorisiert in die Begegnung gegangen waren, in Schach, auch weil ihre Abwehr schneller auf Touren kam.
Zunächst entwickelte sich ein lupenreines Angabenspiel. Fenja Stallecker (Calw) und Melanie Steenken duellierten sich mit starken Services. Den Süddeutschen gelang das erste „Mini-Break“ zum 8:6 und bei 10:9-Satzball nahm das Spiel auf einmal richtig Fahrt auf – mit rassigen, langen Ballwechseln. Pia Neuefeind holte den ersten Brettorfer Satzball raus (10:11), dann lag wieder Calw vorn. Bei 12:12 gelangen erneut Pia Neuefeind zwei „big points“ aus dem Rückschlag. Die Calwerinnen zeigten sich spürbar geschockt. In der Abwehr gelang weiterhin wenig, Zuspiele kamen unsauber. Ein Wechsel in der Mitte brachte ein wenig Besserung, Calw kam auf 7:8 ran, doch Brettorf setzte sich zur 2:0-Satzführung durch. Erst danach, als auch Henriette Schell aus dem Rückschlag traf, erreichte Calw annähernd sein gewohntes Niveau. 9:7 lagen die Schwäbinnen vorn, Brettorf verkürzte und TSV-Schlagfrau Fenja Stallecker wurde ein Übertritt abgepfiffen. Sie blieb nervenstark, ihr Team verkürzte nach Sätzen. Das Spiel kippte aber nicht mehr, weil Brettorf sich nicht abschütteln ließ, Calw erneut einen Satzball verspielte und Pia Neuefeind eiskalt zustach.
Ida Jungclaussen (Brettorf), für ihre herausragende Abwehrleistung als wertvollste Spielerin gekrönt: „Wir sind ohne Druck hierhergekommen, haben aus der DM-Teilnahme kein großes Ding gemacht und die letzten Bundesligaspiele haben uns das notwendige Selbstvertrauen gegeben.“
Leonie Pfrommer, TSV Calw: „Wir waren zu verhalten, kamen überhaupt nicht in einen Spielfluss und konnten unsere Satzbälle nicht verwerten. So gewinnst du nicht.“
TSV Calw: Fenja Stallecker, Henriette Schell, Samantha Lubik, Nadine Maisenbacher, Leonie Pfrommer, Patricia Lebherz.
TV Brettorf: Jette Weber, Pia Neuefeind, Christin Hirsch, Ida Jungclaussen, Melanie Steenken, Leni Hasselberg.
Männer: 1. Qualifikationsspiel
SV Moslesfehn – TSV Calw 2:3
(7:11 11:8 11:9 9:11 13:15)
Erstes Qualifikationsspiel der Männer zwischen dem Süd-Zweiten Calw und dem Nord-Dritten Moslesfehn – Was für ein Krimi zum Auftakt!
Was für ein Auftakt in die Deutsche Meisterschaft! Der SV Moslesfehn und der TSV Calw lieferten sich im ersten Qualifikationsspiel einen packenden Faustball-Krimi, der erst in der Verlängerung entschieden wurde. Nach fünf hochklassigen Sätzen hatte der TSV Calw mit 3:2 das glücklichere Ende für sich – beste Werbung für den Faustballsport!
Der erste Satz ging nach wechselnden Führungen und einem 7:7 mit vier Punkten in Serie an Calw. Moslesfehn antwortete furios, führte im zweiten Satz schnell mit 4:0 und glich mit einer tollen diagonalen Angabe zum 1:1 aus. Auch im dritten Durchgang blieben die Mossis nach ständigem Ausgleich bis zum 9:9 nervenstark. Zwei sehenswerte Rückschläge von Florian Würdemann brachten die 2:1-Führung.
Im vierten Satz kämpfte sich Calw zurück und erzwang den Entscheidungssatz. Dort legte zunächst Calw vor, ehe Moslesfehn auf 5:2 davonzog. Beim 10:7 hatten die Niedersachsen drei Matchbälle, doch Calw bewies Nervenstärke und glich aus. Nach wechselnden Führungen setzte sich Calw schließlich mit drei Punkten in Folge zum 3:2 durch.
„So spielen wir immer“, sagte Raphael „Dotzi“ Schlattinger mit einem erleichterten Augenzwinkern. Moslesfehns Betreuer Bodo Würdemann bilanzierte: „Wir wollten uns gut verkaufen und beweisen, dass intensives Training sich auszahlt.“ Das ist gelungen. MVP des Spiels wurde verdient Julian Lübbers, der nicht nur in der Abwehr glänzte, sondern auch sehr gut vorlegte und vor allem von hinten links als Zweitangreifer entscheidende Punkte erzielte,
Frauen: 2. Qualifikationsspiel
TV Jahn Schneverdingen – TSV Pfungstadt 3:2
(7:11, 8:11, 11:8, 11:9, 11:6)
Das war anfangs nicht der TV Jahn Schneverdingen, den man aus den vergangenen Jahren kennt. Statisch, ohne spürbaren Biss gingen die „Heidschnucken“ in das Duell mit Pfungstadt. Die Hessinnen ihrerseits spielten – angeführt von der starken Teresa Thomas am Hauptschlag – unbeschwert und solide auf und nutzten die Passivität des Meisters von 2021 bis 2024. Nach der verdienten Zwei-Satz-Führung der Gelb-Schwarzen stellte Schneverdingen um, agierte mit vorgezogener Alina Karamehtovic in der Mitte und brachte seine Angreiferinnen Helle Großmann und Aniko Müller in Position: nur noch 1:2. In Satz 4 war Pfungstadt dennoch kurz vor dem Sieg (9:8-Führung), aber Großmann drehte nun auf. Der letzte Durchgang war anfangs spannend. Bei 6:5 für die „Schnevis“ wurde die Seite gewechselt und Aniko Müller holte ein kleines Break. Nun hatte ihr Team die Oberhand und brachte den erwarteten Sieg ins Ziel.
Aniko Müller, Schneverdingen: „Pfungstadt hatte einen guten Start, Teresa Thomas hat uns mit ihren druckvollen und vor allem variablen Angaben unter Druck gesetzt. Wir sind da wie Falschgeld herumgestanden. Nach 0:2-Satzrückstand haben wir uns gesagt: ganz oder gar nicht, und auf ein klassisches „W“ umgestellt. Helle und ich waren dann aggressiver, wir haben Sicherheit gewonnen und damit auch das Spiel. Wir sind kein Favorit hier nach einer schwierigen Saison, aber vielleicht geht was gegen Dennach.“
Schneverdingen: Helle Großmann, Laura Kauk, Aniko Müller, Luca von Loh, Alina Karahmetovic.
TSV Pfungstadt: Joanna Sator, Kim Trautmann, Karen Schulz, Michèle Göbel, Sophia Meister, Teresa Thomas.







