DM Bardowick 2026 – Halbfinale Männer & Frauen

Foto: Uwe Spille

Frauen: 1. Halbfinale

Ahlhorner SV – TV Brettorf 3:2
(7:11, 11:6, 9:11, 12:10, 11:8) 

Der TV Brettorf war knapp dran an der Überraschung, dem ASV die erste Saisonniederlage beizubringen. Doch nach einer Leistungssteigerung setzte sich die Klasse des Titelverteidigers durch. Brettorf war nach dem 3:1-Sieg am Vormittag gleich auf Touren. Der Nord-Primus wirkte hingegen statisch und gab den ersten Satz ohne große Gegenwehr ab. Auch danach hatte Ahlhorn Probleme im Aufbau, aber Melanie Steenken unterliefen in der Brettorfer Angabe drei Leinenfehler in kurzer Zeit. Der ASV nutzte die Gelegenheit und setzte sich ab – 1:1. 

Ahlhorn erhöhte die Schlagzahl. Aber einmal mehr ließ sich der TVB nicht abschütteln, blieb trotz starker Jordan-Nadermann-Angaben dran – und belohnte sich. Eine zu lange Angabe und ein überhasteter Felicia-Gißler-Abschluss, Brettorf führte wieder. Der vierte Durchgang war ein Abziehbild des dritten. Wieder führte Ahlhorn (6:3), ehe Brettorf aufholte und zum 10:10 ausglich. Dann blieb der Favorit aber konsequent: Ein Nadermann-Ass und ein Ausball von Pia Neuefeind besiegelten den Satzausgleich.

Im entscheidenden Durchgang – ihrem neunten an diesem Tag – schienen den Schwarzweißen die Kräfte und Spannung zu schwinden. 6:2 führte Ahlhorn zum Seitenwechsel, Brettorf bäumte sich noch mal auf (6:5). Aber ein Missverständnis zwischen Ida Jungclaussen und Pia Neuefeind sowie ein missglücktes Zuspiel spielten dem Titelverteidiger in die Karten. Wenig später jubelte Ahlhorn, die Trauer der Brettorferinnen hielt sich angesichts der starken Tagesleistung in Grenzen.

Michaela Grzywatz, Ahlhorner SV: „Kompliment an Brettorf, sie haben sehr gut gespielt – von Anfang an, während wir uns schwergetan haben. Wir brauchen immer viel Zeit, um ins Spiel zu finden, aber die darfst du dir gegen Brettorf nicht leisten. Ab Satz 3, auch wenn der verloren ging, lief es besser. Unser Aufbau ist immer solider geworden, das war der Schlüssel zum Sieg.“

Ahlhorner SV: Jordan Nadermann, Sarah Albrecht, Michaela Grzywatz, Felicia Gißler, Mieke Kienast.

TV Brettorf: Jette Weber, Pia Neuefeind, Christin Hirsch, Ida Jungclaussen, Melanie Steenken.

 

Männer: 1. Halbfinale

TV Brettorf – TSV Calw   3:1
(11:8  7:11  11:9  11:8)

Erstes Halbfinale der Männer zwischen den Nord-Ersten Brettorf und Calw – Brettorf kämpft sich ins Finale!

Was für ein Halbfinal-Krimi! Der Nordmeister TV Brettorf steht als erstes Männerteam dieser Deutschen Meisterschaft im Finale. Gegen den TSV Calw entwickelte sich ein zunächst zerfahrenes Spiel mit ungewohnt vielen Angriffsfehlern auf beiden Seiten – doch am Ende behielt Brettorf mit starken Nerven die Oberhand.

Brettorf musste kurzfristig auf Abwehrspieler Alvaro Englert verzichten, der sich im Abschlusstraining verletzte. Jugendnationalspieler Mats Leevi Hinrichs sprang ein und machte seine Sache gut – eine wertvolle Erfahrung für die Jugend-WM am kommenden Wochenende in Reiden/Schweiz.

Im ersten Satz blieb es bis zum 7:7 eng. Nach der einzigen Calwer Führung zum 8:7 schlug Brettorf zurück und holte mit vier Punkten in Folge den Satz. Calw präsentierte sich im zweiten Durchgang deutlich verbessert und legte mit fünf Punkten in Serie vor. Brettorf kämpfte sich heran, doch Calw ließ sich die Führung nicht nehmen und glich zum 1:1 aus.

Im dritten Satz führte Brettorf bereits 6:3, doch Calw kam immer wieder zurück. Beim 9:9 war alles offen, ehe Punkt von Brettorf und ein Aus-Ball von Raphael „Dotzi“ Schlattinger Brettorf die 2:1-Satzführung brachte.

Auch der vierte Satz blieb dramatisch. Johannes Jungclaussen und Hauke Rykena punkteten nach starken Vorlagen von Hauke Spille, doch Calw gab nie auf. Dotzi Schlattinger und Marcus Kraut glichen immer wieder aus und brachten Calw sogar in Führung. Brettorf blieb jedoch cool und setzte sich mit sehenswerten Punkten von Johannes Jungclaussen durch, der verdient zum MVP gewählt wurde.

„Wir sind natürlich sehr zufrieden, mit dem Einzug ins Finale unser erstes Ziel erreicht zu haben, spielerisch ist aber noch Luft nach oben“, resümierte Brettorfs Trainer Klaus Tabke nach dem Spiel.

 

Frauen: 2. Halbfinale

TSV Dennach – TV Jahn Schneverdingen 3:1
(11:8, 11:5, 8:11, 11:7)

Wenn diese Mannschaften in der Vergangenheit aufeinandergetroffen sind, war traditionell Alarm und ein hochklassiges, spannendes Duell vorprogrammiert. Diesmal war es nicht ganz so. Zu deutlich die Satzresultate, zu klar die Überlegenheit des TSV Dennach.

Die „Pink Ladies“ stiegen stark in die Begegnung ein (4:1), ehe die „Heidschnucken“ ihren Rhythmus fanden und auf Augenhöhe agierten. Das reichte aber nicht, um den 0:1-Satzrückstand zu verhindern. Zumindest danach bekamen die Zuschauer hochklassige Ballwechsel zu sehen, in dem auf beiden Seiten schwere Bälle noch erlaufen und tolle Angriffe abgeschlossen wurden. Doch erneut baute der ungeschlagene Süd-Meister seinen Vorsprung nach und nach aus. Unaufgeregt und abgeklärt spielte sich Dennach dem Halbfinalsieg entgegen.

„Tigger“ Annika Kriger kam auf Schneverdingens rechter Abwehrseite für Luca von Loh – und führte sich mit Klasse-Aktionen ein. Das Signal zur Aufholjagd? Der SV Jahn setzte Hauptangreiferin Helle Großmann nun besser in Szene und verkürzte auf 1:2 Sätze. Doch mehr war für die Herausforderinnen nicht drin. Dennachs Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger ließ Zweitangreiferin Maya Mehle und Zuspielerin Ann-Kathrin Motteler ihre Positionen tauschen, Denise Kuhn (geb. Zeiher) hielt die ihre rechte Abwehrseite sauber und „Susi“ Aldinger servierte maßgerecht für Sonja Pfrommer, die jede Chance zu punkten nutzte. Am Ende stand ein ungefährdeter Sieg für Dennach.

Ann-Kathrin Motteler, TSV Dennach: „Wir hatten – wie schon die ganze Saison – viel Spaß auf dem Spielfeld. Nur im dritten Satz sind uns zu viele Fehler unterlaufen. Super, wenn du in deiner Mannschaft mit Maya Mehle eine Eins-A-Zuspielerin vom Angriff in die Mitte stellen kannst. Wir werden im Finale gegen Ahlhorn versuchen, unsere Spielfreude mitzunehmen.“

TSV Dennach: Sonja Pfrommer, Maya Mehle, Anna-Lisa Aldinger, Ann-Kathrin Motteler, Denise Kuhn.

TV Jahn Schneverdingen: Helle Großmann, Laura Kauk, Aniko Müller, Luca von Loh, Annika Kriger, Alina Karahmetovic.

 

Männer: 2. Halbfinale

TSV Pfungstadt – TSV 1860 Hagen   3:1      
(6:11 11:8  11:3  11:6)

Zweites Halbfinale der Männer zwischen den Süd-Ersten Pfungstadt und Titelverteidiger Hagen – Pfungstadt stürmt ins Finale!

Der Südmeister ist auf dem Weg, den Titel zurückzuholen! Im zweiten Halbfinale der Männer setzte sich der TSV Pfungstadt gegen den Titelverteidiger TSV 1860 Hagen mit 3:1 durch und zog damit ins Finale der Deutschen Meisterschaft in Bardowick ein.

Pfungstadt startete mit einem Ass von Patrick Thomas, doch Philip Hofmann hatte sofort die passende Antwort parat. Bis zum 6:6 entwickelte sich ein hochklassiger Schlagabtausch mit spektakulären Abwehraktionen und furiosen Angriffen. Dann zündete Hagen den Turbo und holte sich den ersten Satz mit 11:6.

Auch der zweite Satz blieb lange völlig offen. Beim 7:8 nahm Hagen eine Auszeit – doch diese sollte sich als unbeabsichtigter Wendepunkt erweisen. Pfungstadt kam konzentrierter zurück und erzielte vier Punkte in Folge zum Satzausgleich.

Danach schien bei Hagen der Widerstand gebrochen. Pfungstadt wurde immer sicherer, während sich beim Titelverteidiger unnötige Fehler häuften. Beim 4:0 kam Timon Lützow für Hagen ins Spiel und übernahm den Hauptangriff, Philip Hofmann wechselte auf den Zweitschlag. Doch Pfungstadt ließ sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Eine starke Abwehr und erfolgreiche Angriffe von Patrick Thomas brachten die Hessen mit 2:1 in Führung.

Im vierten Satz eröffnete Pfungstadt erneut mit einem Ass. Auch ein Wechsel der Schlagpositionen bei Hagen brachte keine Wende mehr. Pfungstadt erspielte sich sechs Matchbälle, von denen Hagen noch zwei abwehren konnte. Dann war es geschafft: Der Südmeister steht im Finale!

„Ich habe noch nie eine so falsche Auszeit genommen“, ärgerte sich Hagens Betreuer Dirk Schachtsiek nach dem Spiel. „Beim 8:7 für Hagen im 2. Satz unterbrach die Auszeit unseren Spielfluss und baute Pfungstadt auf.“

Patrick Thomas, der verdient zum MVP des Spiels gewählt wurde, war sich nicht sicher, wie das Spiel ausgegangen wäre, hätte Hagen den zweiten Satz gewonnen. Nun hat Pfungstadt die Chance, sich den Meistertitel zurückzuholen.

 

Impressionen von den Halbfinalspielen
(Foto: Uwe Spille, Kai Neddenriep)

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