DM Bardowick 2026 – Finale Frauen & Männer

Foto: Uwe Spille

Finale Frauen

Ahlhorner SV – TSV Dennach 3:1
(8:11, 11:8, 11:7, 15:13)

Der Ahlhorner SV hat es geschafft und seinen Titel vom Vorjahr mit einer bravourösen Vorstellung verteidigt. Dabei drehten die Nordlichter zunächst einen Satzrückstand und starteten am Ende eine tolle Aufholjagd gegen sich tapfer wehrende Dennacherinnen.

Gerade schien noch die Sonne, aber pünktlich zur ersten Angabe durch Dennachs Sonja Pfrommer öffnete der Himmel seine Schleusen. Beide Mannschaften starteten mit ihren Erfolgsformationen vom Vortag und gaben sofort Vollgas. Bis zum 7:7 sah das Publikum einen munteren Schlagabtausch, doch in der Crunchtime grätschte Dennachs Denise Kuhn einen schnellen Ball heraus, Sonja Pfrommer schaffte den Zwei-Bälle-Vorsprung und ein Übertritt Mieke Kienasts sorgte für die Satzführung der Süddeutschen. Dennach wirkte auch danach leicht überlegen, führte mit 7:4 Bällen. Dann spielte sich das Ahlhorner Abwehrduo Sarah Albrecht und Michaela Grzywatz in den Blickpunkt. Jordan Nadermann nutzte jede Gelegenheit aus dem Rückschlag zu sechs Nadelstichen in Serie. Auch der zweite Satzball saß.

Mitte des dritten Durchgangs gewann Ahlhorn bei 7:7-Stand die Oberhand und legte erneut eine Serie auf den Rasen. 2:1 für die Niedersächsinnen gegen die „Pink Ladies“. Nun galt es für Dennach, wieder zuzulegen. Mit starken Aktionen der Angreiferinnen Sonja Pfrommer und Maya Mehle ging das Team 9:5 in Führung. Doch plötzlich wendete sich das Blatt wieder. Der ASV bewies Mentalität – und zauberte aus dem Vier-Bälle-Rückstand den ersten Matchball. Sonja Pfrommer konterte und der Satz ging in die Verlängerung. Nadermann Kurzangabe, Dennach brachial und nachdem auch dritte Matchball abgewehrt war, gelang Pfrommer auf Grzywatz der Punkt zum Satzball. Dann aber ein schlechter erster Ball, ein zu langes Zuspiel, Ausgleich und Nadermann zum 14:13. Kurios: Ahlhorn beantragte bei Schiedsrichterin Uta Reinecke eine Auszeit, hatte aber in diesem Satz bereits eine Pause genommen. Weiter ging’s mit starkem Pfrommer-Service, der aber in der Ahlhorner Abwehr hängen blieb. So konnte die in diesem Spiel herausragende (und zur besten Akteurin gewählten) Jordan Nadermann souverän vollenden.

Sarah Albrecht, Ahlhorner SV: „Das war ein Auf und Ab der Gefühle. Wir sind optimistisch in das Spiel gestartet, Dennach liegt uns – andererseits haben sie noch eine Rechnung mit uns offen. Wir haben etwas Zeit gebraucht, aber am Ende war es ein Sieg des Willens. Starke Rettungsaktionen haben uns zusätzlich beflügelt. Wir bleiben heute Abend hier und feiern. Dann geht’s bald mit dem Champions Cup bei uns in Ahlhorn und dem Weltpokal in Chile weiter.“

Ahlhorner SV: Jordan Nadermann, Sarah Albrecht, Michaela Grzywatz, Felicia Gißler, Mieke Kienast.

TSV Dennach: Denise Kuhn, Ann-Kathrin Motteler, Maya Mehle, Sonja Pfrommer, Laura Schinko, Anna-Lisa Aldinger.

 

Impressionen vom Spiel
(Fotos: Uwe Spille, Kai Neddenriep)

Finale Männer

TV Brettorf – TSV Pfungstadt      0:3         
(9:11  3:11  9:11)

Pfungstadt holt den Titel zurück – Brettorf überzeugt mit starker Gegenwehr
 
Der TSV Pfungstadt ist Deutscher Meister im Feldfaustball. Im Finale der Deutschen Meisterschaft in Bardowick setzte sich der Südmeister gegen den TV Brettorf mit 3:0 durch und holte den Titel damit zurück nach Hessen. Brettorf zeigte dabei über weite Strecken eine starke Leistung und verlangte dem Favoriten viel ab.
 
Im ersten Satz punktete Pfungstadt zunächst in alter Manier und erspielte sich einen Vorsprung. Brettorf ließ sich jedoch nicht abschütteln, verkürzte immer wieder und bot den Zuschauern dabei sehenswerte Aktionen. Während Pfungstadt häufig direkt zum Punkt kam, benötigten die Oldenburger oftmals mehrere Anläufe. Bei 9:9 gelang Brettorf schließlich der Ausgleich. Pfungstadt behielt jedoch die Nerven, erspielte sich den ersten Satzball und nutzte diesen – mit Unterstützung der Brettorfer – zum Satzgewinn.
 
Im zweiten Durchgang wurde Hauke Rykena zur tragischen Figur. Nach unglücklichen Abwehraktionen und Fehlern im Angriff lag Brettorf schnell mit 1:6 zurück. Das Trainergespann Tabke/Lemke reagierte und nahm Rykena nach einer Auszeit aus dem Spiel. Für ihn kam Lorenz Neu. Pfungstadt ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen und erspielte sich sieben Satzbälle. Vor der entscheidenden Phase nahm der Favorit noch einmal eine Auszeit und verwandelte anschließend gleich den ersten Satzball.
 
Pfungstadt wollte den Titel unbedingt ohne Satzverlust nach Hessen holen und startete auch in den dritten Durchgang stark. Schnell führten die Südhessen mit 6:2. Brettorf nahm eine Auszeit und brachte Hauke Rykena zurück ins Spiel. Dieser übernahm sofort erfolgreich den Hauptschlag von Johannes Jungclaussen – und plötzlich war Brettorf wieder da.
 
Eine starke Abwehr, allen voran durch den erst 16-jährigen Jugendnationalspieler Mats Leevi Hinrichs, der zusammen mit Pfungstadts Youngster Sven Trautmann zum MVP der Begegnung gewählt wurde, ermöglichte es Brettorf, Punkt um Punkt aufzuholen. Bei 7:7 war der Ausgleich geschafft. Ein Ass von Patrick Thomas und eine ins Aus geschlagene Angabe von Johannes Jungclaussen brachten Pfungstadt anschließend wieder mit 9:7 in Führung. Rykena konnte noch einmal verkürzen, doch Pfungstadt verwandelte den zweiten Matchball mit einem Ass zum 11:8 und damit zum 3:0-Endstand.
 
Der TSV Pfungstadt krönte damit eine starke Meisterschaft und holte den Titel zurück nach Hessen. Der TV Brettorf musste sich zwar geschlagen geben, zeigte im Finale jedoch eindrucksvoll, dass er dem langjährigen Spitzenreiter jederzeit Paroli bieten kann.
 

Impressionen vom Spiel
(Fotos: Uwe Spille, Kai Neddenriep)

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