Teamcheck 1. BL Frauen Nord

Foto: Uwe Spille
Verfasst am 4. November 2026
1. Bundesliga Nord Frauen Allgemein

Am Sonntag starten die acht Teams der Nordliga in die neue Hallenrunde ein. Der TV Brettorf hat im ersten Heimspiel die Teams aus Ohligs und Kellinghusen zu Gast, die Klubs aus Hagen und Lemwerder treten in Wangersen an. Die beiden Spitzenteams aus Schneverdingen und Ahlhorn werden aufgrund ihrer Teilnahme am IFA Club World Cup in Chile erst in zwei Wochen ins Geschehen eingreifen. Wie stehen die Chancen der einzelnen Teams? 

TV Brettorf 

Der TV Brettorf geht mit einem weitgehend unveränderten Kader im Vergleich zum Vorjahr in die neue Saison. In der Vorbereitung nahm das Team an Turnieren in Wangersen und Brettorf teil. Beim Heimturnier in Brettorf belegte die Mannschaft einen guten dritten Platz. Auch in der vergangenen Feldsaison überzeugte der TVB mit konstanten Leistungen und schloss die Spielzeit auf dem dritten Platz ab. Damit qualifizierte sich das Team für die Deutsche Meisterschaft und dort holten sie sich Platz 4.  
Für die kommende Saison ist das Ziel klar: Erneut möchten die Schwarz-weißen die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft erreichen, erklärte Marc Lange mit Blick auf die neue Spielzeit. 

Ohligser TV  

Mit mehreren Trainingseinheiten und dem Turniersieg in Brettorf hat sich der Ohligser TV auf die neue Saison vorbereitet. Da der Kader nahezu unverändert bleibt, können die Solingerinnen auf eine eingespielte Mannschaft setzen. Dennoch gibt es einige Veränderungen: Während Jacqueline Börste ihre Karriere beendet, kehrt Jana Brüggemeier nach Verletzung zurück ins Team. Auch Trainer Christoph Groß steht künftig nicht mehr zur Verfügung. Betreuung und Organisation möchte die Mannschaft daher in Eigenregie übernehmen. 
An den sportlichen Ambitionen ändert sich nichts: Der Ohligser TV will erneut in der oberen Tabellenhälfte mitmischen. Wie weit es für die Solingerinnen nach oben geht, wird sich im Laufe der Saison zeigen. 

VfL Kellinghusen  

Beim VfL Kellinghusen setzt man auf Kontinuität: Der Kader bleibt unverändert, und nach Platz fünf bei der vergangenen Deutschen Meisterschaft sind die Ambitionen für die neue Hallensaison erneut hoch. Die Mannschaft will wieder oben angreifen und sich im Kampf um die Spitzenplätze behaupten. Ganz ohne Fragezeichen startet Kellinghusen allerdings nicht in die Saison. Aufgrund von Reparaturarbeiten muss das Team in eine andere Halle ausweichen. Die Heimspieltage werden deshalb voraussichtlich in Wrist ausgetragen. Ob sich die Mannschaft dort von Beginn an optimal zurechtfindet, bleibt abzuwarten. Auch die Trainerfrage ist derzeit noch offen. Wer die Mannschaft in der kommenden Saison betreuen wird, ist bislang unklar. 
Sportlich ist die Ausgangslage dennoch vielversprechend. Der eingespielte Kader und der fünfte Platz bei der vergangenen Deutschen Meisterschaft zeigen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Gelingt es dem VfL, die offenen Fragen schnell zu klären und sich an die neue Spielstätte zu gewöhnen, ist erneut mit Kellinghusen im Kampf, um die vorderen Plätze zu rechnen. 

TSV Hagen 1860  

Beim TSV Hagen 1860 gibt es zur neuen Saison einige Veränderungen im Kader. Besonders erfreulich ist die Rückkehr von Kathrin Schmitz, die der Mannschaft zusätzliche Erfahrung und Stabilität geben kann. Anna Schmitz steht dagegen aufgrund ihres Aufenthalts in Australien nicht zur Verfügung. Auch im Angriff muss das Team auf eine wichtige Spielerin verzichten, Cindy Ristel wird dort nicht zum Einsatz kommen. Verstärkung erhält Hagen durch Lilith Fengler, die vom TK Hannover zum TSV wechselt. Die vergangene Saison in der ersten Liga hat dem Team wertvolle Erfahrungen gebracht. Diese möchte der TSV Hagen 1860 nun mitnehmen und sich in der neuen Spielzeit im Mittelfeld etablieren. Dabei gilt es, die personellen Veränderungen möglichst schnell zu kompensieren und als Mannschaft weiter zusammenzuwachsen, Trainer Andreas Schmitz.  
Einen ersten positiven Eindruck hinterließ Hagen bereits bei einem Vorbereitungsturnier in Brettorf. Dort belegte das Team den zweiten Platz und zeigte, dass es trotz der Veränderungen konkurrenzfähig ist. Das Ergebnis dürfte zusätzliches Selbstvertrauen für die kommende Saison geben. 

Ahlhorner SV 

Der Ahlhorner SV hat für die kommende Hallensaison ein klares Ziel vor Augen: Nach der Vizemeisterschaft in der vergangenen Hallensaison soll diesmal wieder der Titel bei der Deutschen Meisterschaft her. Eine besondere Herausforderung wartet allerdings bereits in der Vorbereitung. Durch die Teilnahme am Weltpokal in Chile bleibt dem frisch gebackenen Club World Cup Siegerinnen nur wenig Zeit, um sich auf die Hallensaison einzustellen. Direkt nach der Rückkehr aus Chile geht es für die Ahlhornerinnen deshalb wieder in die Halle, um zumindest noch einige Trainingseinheiten zur Vorbereitung absolvieren zu können. Diese sind auch sicherlich notwendig, um den verletzungsbedingten Ausfall von Spielertrainerin Sarah Albrecht (Achillessehneriss) zu kompensieren. An den personellen Voraussetzungen ändert sich sonst nichts, der übrige Kader bleibt unverändert. Viel Zeit, um sich an die veränderten Bedingungen zu gewöhnen und Abläufe zu festigen, bleibt damit nicht. Umso wichtiger wird es sein, schnell den Rhythmus für die Hallensaison zu finden und die vorhandene Eingespieltzeit auszunutzen. 
Es bleibt abzuwarten, wie das Team den Ausfall von Sarah als Schlüsselspielerin ausgleichen kann, um wieder gemeinsam den nächsten Angriff auf die Spitze starten. 

MTV Wangersen  

Der MTV Wangersen geht mit einer klaren Zielsetzung in die neue Hallensaison: Die Mannschaft möchte sich im Mittelfeld behaupten und sich in der Liga möglichst stabil präsentieren. Die Basis des Kaders bleibt dabei weitgehend unverändert, wird jedoch durch einige Spielerinnen ergänzt, die neue Möglichkeiten eröffnen sollen. Mit Alina Meier und Janne Meyer kommen in der Abwehr zusätzliche Optionen hinzu. Gleichzeitig muss der MTV den Abgang von Elisa Pott auffangen. Auch hinter dem Einsatz von Jella Zabel steht derzeit noch ein Fragezeichen. Ob sie den Angriff verstärken kann, ist bislang ungewiss. Janina von der Liedt und Nele Müller stehen zudem auf Abruf bereit und könnten bei Bedarf unterstützen. Nicht nur im Kader, sondern auch an der Seitenlinie gibt es Veränderungen. Arndt Poppe ist nicht länger als Trainer tätig. Bernd Schnackenberg versucht, die Betreuung der Mannschaft so weit wie möglich zu übernehmen. Wie sich die Situation im Trainerteam letztlich gestaltet, bleibt abzuwarten. 
Für Wangersen wird es darauf ankommen, trotz der personellen Veränderungen schnell zusammenzufinden und die eigenen Stärken auf die Platte zu bringen. Der weitgehend bestehende Kader bietet dafür eine Grundlage, während die Neuzugänge zusätzliche Impulse liefern könnten. Gleichzeitig werden die offenen Personalfragen und die Trainersituation mitentscheidend dafür sein, wie konstant die Mannschaft durch die Saison kommt. 

Lemwerder TV 

Mit kleinen Zielen, großer Motivation und jeder Menge Vorfreude startet der Lemwerder TV in die neue Hallensaison. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Lemwerder geht als Underdog in die 1. Liga. Doch verstecken möchte sich das Team keineswegs. Statt sich selbst unter Druck zu setzen, stehen vor allem der Spaß am Spiel, der Teamgeist und das gemeinsame Funktionieren auf dem Feld im Vordergrund. Und wer weiß, was möglich ist, wenn alles zusammenpasst? Personell muss Lemwerder einige Ausfälle verkraften. Darja Kohlwes, Jannika Seemann und Insa Stuke stehen dem Team nicht zur Verfügung. Gleichzeitig gibt es Verstärkung durch Anita Ivanda, Sabrina Rohling, Franziska Pestrup und Nadine Kowalczyk. Die Spielerinnen sind allerdings keine Unbekannten: Gemeinsam stehen sie auch in der Frauen 30 auf dem Feld und bringen damit bereits gemeinsame Erfahrung mit. Das könnte ein wichtiger Vorteil sein, um schnell als Mannschaft zusammenzufinden. An der Seitenlinie übernehmen Arthur Eggers und Tanja Schmellenkamp die Betreuung des Teams. Bereits seit September wird in der Halle trainiert, um sich bestmöglich auf die Herausforderung 1. Liga vorzubereiten. Bis zum Saisonstart soll die Mannschaft gemeinsam in Topform kommen und sich Schritt für Schritt auf das hohe Niveau einstellen. 
Die Herangehensweise bleibt dabei bewusst entspannt: schauen, was geht, als Team zusammenhalten und den Gegnern das Leben so schwer wie möglich machen. Gerade in der Außenseiterrolle kann Lemwerder befreit aufspielen und versuchen, den favorisierten Mannschaften Punkte abzunehmen. Besonders bei den Heimspieltagen hofft das Team auf die Unterstützung der Fans. Mit ordentlich Stimmung von den Rängen soll die eigene Halle zum Rückhalt werden. 

TV Jahn Schneverdingen  

Bei Schneverdingen stehen vor der Hallensaison einige Veränderungen im Kader an. Mit Aniko Müller legt eine wichtige Leistungsträgerin zunächst eine Pause ein. Auch Anika Kriger, die in der vergangenen Saison im Feld ausgeholfen hatte, wird nicht mehr dabei sein. Gleichzeitig sollen weiterhin junge Spielerinnen eingebaut werden, wie es bereits in der vergangenen Saison der Fall war. Besonders der Ausfall von Stammspielerin Aniko Müller wirft noch Fragen zur künftigen Aufstellung auf. Für das Team wird es daher zunächst darum gehen, die passende Formation zu finden und die neuen Konstellationen einzuspielen. Mit Lena Meyer gibt es allerdings auch eine Rückkehrerin, die dem Kader zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Die Vorbereitung auf die Hallensaison fällt zudem vergleichsweise kurz aus. Grund dafür ist ebenfalls die Clubweltmeisterschaft in Chile, bei der sich die Spielerinnen mit dem Gewinn der Silbermedaille belohnten. Einige werden ihren Aufenthalt anschließend für einen Urlaub vor Ort verlängern, wodurch dem Team weitere gemeinsame Trainingszeit fehlt. 
Am großen Ziel ändert sich dennoch nichts: Der TV Jahn setzt weiterhin auf die Deutsche Meisterschaft. Nach dem Patzer in der vergangenen Saison will Schneverdingen wieder voll angreifen und um den Titel mitspielen. 

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