Faustball-Bundesliga Männer Nord: Vorschau auf die Hallensaison 2026/2027 

Foto: Uwe Spille
Verfasst am 28. Oktober 2026
1. Bundesliga Nord Männer Allgemein Bundesligen

(MiLx.) Die Hallensaison 2026/2027 verspricht in der 1. Faustball-Bundesliga der Männer Nord Spannung und enge Duelle. Hinter den vermeintlichen Topfavoriten aus Brettorf und Leichlingen dürfte sich ein breites, ausgeglichenes Mittelfeld um die begehrten Play-off-Plätze streiten. Für zusätzliche Bewegung sorgen Verstärkungen durch Spieler des TSV 1860 Hagen, der in dieser Hallensaison erneut keine eigene Mannschaft stellt und sich gemeinsam auf die Feldsaison konzentriert. Während sich die etablierten Teams ambitionierte Ziele setzen, wartet auf die Aufsteiger aus Empelde und Schülp eine besondere Herausforderung. Vor allem der TSV Schülp und der MTV Wangersen dürften um den Anschluss kämpfen müssen. 

TV Brettorf 

Der TV Brettorf geht mit einem weitgehend gewohnten Vorbereitungsprogramm in die neue Hallensaison. Tom Hartung steht noch nicht wieder zur Verfügung, dafür wird Nachwuchstalent Mats Hinrichs fest integriert. Der U18-Weltmeister auf dem Feld bringt ebenso wie weitere Nachwuchsspieler zusätzliche Möglichkeiten. Alvaro Englert gehört nicht mehr zum Kader. Das Ziel ist klar: Brettorf will erneut die Play-offs erreichen. Dort ist grundsätzlich alles möglich, entsprechend groß ist die Hoffnung auf die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. 

Leichlinger TV 

Auch beim Leichlinger TV laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison, obwohl terminlich kein Vorbereitungsturnier möglich war. Mit Kevin Schmalbach und dem neu aus Hagen kommenden Philip Litz (geb. Hofmann) erhält das Team zusätzliche Optionen. Im Saisonverlauf soll zudem Chris Weber nach seinem Achillessehnenriss wieder ins Geschehen eingreifen. Leichlingen zählt damit erneut zu den aussichtsreichen Kandidaten für die Play-offs und dürfte gemeinsam mit Brettorf die Messlatte für die Konkurrenz setzen. 

TSV LoLa 

Der TSV LoLa absolvierte seine traditionelle Turniervorbereitung in Wangersen und Brettorf und überzeugte in Wangersen mit Platz zwei. Die ersten Saisonspiele machten bereits Hoffnung, offenbarten aber auch noch Schwachstellen. Mit dem erst 16-jährigen Luis Mölck rückt ein vielseitiges Talent aus der eigenen Jugend in den Kader. Rouven Kadgien soll wegen seiner andauernden Schulterproblemen flexibel in der Abwehr unterstützen. LoLa möchte gut in die Saison starten und sich im Mittelfeld etablieren. Die Play-offs bleiben ein Wunschziel, angesichts der großen Leistungsdichte aber eine anspruchsvolle Aufgabe. 

TK Hannover 

Der TK Hannover verstärkt seinen Angriff mit Timon Lützow, der für die Hallensaison aus Hagen (letzte Feldsaison) beziehungsweise Berlin (Halle) zum Team stößt. Er soll Christos Michalakis entlasten und für mehr Variabilität im Angriff sorgen. Auch Philipp Müller bleibt eine weitere Saison an Bord. Trotz einiger beruflich bedingter Ausfälle sieht sich Hannover mit einem festen Kern und weiteren einsatzfähigen Spielern gut aufgestellt. Nach Vorbereitungsturnieren in Wangersen (1. Platz) und Brettorf lautet das Ziel, diesmal die Play-offs zu erreichen. Hinter Brettorf und dem personell starken Leichlingen erwartet der TKH einen offenen Kampf um die Qualifikationsplätze. 

SV Moslesfehn 

Die Vorbereitung des SV Moslesfehn wird durch einen Wasserschaden in der eigenen Halle erschwert. Training und Heimspiele müssen deshalb nach Wardenburg, Huntlosen oder Brettorf verlegt werden. Zudem fehlt Pascal „Kalli“ Töllner aus gesundheitlichen und familiären Gründen. Jascha aus der zweiten Mannschaft rückt dafür fest in den Angriffskader. Moslesfehn möchte an die Leistungen der vergangenen Hallen- und der erfolgreichen Feldsaison anknüpfen. Angesichts der starken Konkurrenz steht zunächst der Klassenerhalt im Vordergrund. Eine verletzungsfreie Saison soll die Grundlage für möglichst gute Ergebnisse bilden. 

MTV Wangersen 

Der MTV Wangersen trainiert seit Ende September regelmäßig in der Halle und kann auf einen fitten, motivierten Stamm bauen. Marcel Brey und Marvin Becker bilden den Angriff, Florian Behrens sowie Tom und Thilo Löhden komplettieren die Stammformation. Sjard Werner und Jannis Meyer ergänzen den Kader. Besonders schmerzlich dürfte der erneute Ausfall von Nick Poppe sein, der sich nach seinem schweren Bandscheibenvorfall noch im Aufbautraining befindet. Für Wangersen wird es darum gehen, trotz der personellen Einschränkungen möglichst konstant zu punkten und sich in der starken Liga zu behaupten. 

Ahlhorner SV 

Beim Ahlhorner SV läuft die Vorbereitung gut. Seit Ende September trainiert die Mannschaft dreimal wöchentlich in der Halle. Allerdings ist der Kader kleiner geworden: Ole Wilke pausiert, Erik Grotelüschen ist beruflich stärker eingebunden. Deshalb gehört auch der 20-jährige Lukas Paschen zum erweiterten Aufgebot. Nach dem gelungenen Abschluss der Feldsaison möchte Ahlhorn möglichst früh den Klassenerhalt sichern und anschließend vielleicht sogar in die obere Tabellenhälfte vorstoßen. Im breiten Mittelfeld ist das Team durchaus für die eine oder andere Überraschung gut. 

TuS Empelde 

Für den TuS Empelde beginnt mit der Hallensaison 2026/2027 ein neuer Anlauf in der 1. Bundesliga. Nach dem Aufstieg auf dem Feld 2024 und dem anschließenden direkten Wiederabstieg kehrt die Mannschaft nun ins Oberhaus zurück. Mit einem jüngeren Kader und Trainer Robert Hüper will sich der TuS diesmal dauerhaft behaupten. 

Im Angriff stehen Dimitrios Michalakis, André Eisengarten und Niklas Wollmann bereit. Kapitän Nicklas Hüper übernimmt das Zuspiel, während Moritz Hüper, Michael Buchheim und Mats Hermanns die Abwehr bilden. Für Moritz Hüper und Mats Hermanns ist es die erste Bundesliga-Saison. Zusätzliche Erfahrung bringt Kevin Braatz mit, der für die Hallenrunde aus Hagen nach Empelde kommt. 

Der Zusammenhalt im Team und die Weiterentwicklung der jüngeren Spieler sollen wichtige Faktoren werden. Die Herausforderung ist groß, doch Empelde will sich mit Ehrgeiz und einer guten Vorbereitung möglichst schnell an das Niveau der höchsten Spielklasse gewöhnen. Das klare Saisonziel lautet Klassenerhalt. Dafür wird es vor allem darauf ankommen, gegen die direkte Konkurrenz wichtige Punkte zu sammeln und auch in schwierigen Phasen geschlossen aufzutreten. 

TSV Schülp 

Der TSV Schülp steht vor einer besonderen Saison: Erstmals spielt die Herrenmannschaft in der 1. Faustball-Bundesliga und folgt damit der langjährigen Bundesliga-Tradition der Schülper Frauen. Nach dem verpassten Aufstieg im Vorjahr gelang im Frühjahr als Dritter der Aufstiegsspiele der Sprung ins Oberhaus. Der Erfolg kam vielleicht etwas überraschend, war angesichts der langjährigen gemeinsamen Entwicklung aber verdient. Der Mannschaftskern spielt bereits seit 2018 zusammen und verfügt über mehrere Jahre Zweitligaerfahrung. 

Für das Abenteuer Bundesliga wurde die Vorbereitung vorgezogen und um zusätzliche Trainingszeiten sowie gesonderte Trainingstage erweitert. Der Kader bleibt unverändert. Als einziger Spieler bringt Dirk Sager Bundesliga-Erfahrung mit. Gemeinsam mit Sascha Senger und Jörn Ratjen bildet er den Angriff. Im Zuspiel kehrt Markus Staben nach einer längeren Auszeit in Südamerika zurück und teilt sich die Mittelposition mit Christian Hartmann. Lasse Ratjen, Kenneth Ramlow, Gregor Buchholz und Florian Staben sollen in der Abwehr für Stabilität sorgen. 

Die Vorfreude auf die neue Herausforderung ist groß, insbesondere auf die zahlreichen Heimspiele. Gleichzeitig bleibt die Erwartungshaltung realistisch: Schülp rechnet mit einer schwierigen Saison und weiß, dass der Kampf um den Klassenerhalt viel Einsatz verlangen wird. Die Mannschaft möchte sich teuer verkaufen, Erfahrungen sammeln und mit Disziplin, Spielfreude und Zusammenhalt ein Vorbild für den eigenen Nachwuchs sein. Auch wenn der Weg zum Ligaverbleib steinig wird, soll das Bundesliga-Abenteuer die Entwicklung des Vereins nachhaltig voranbringen. 

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